Sonntag, 11. Mai 2008

Musik -Tester

Ich lerne gern. Sehr regelmäßig. Und immer wieder. Neue Lieder, neue Tänze, neue Reime... was auch immer. Die Musikspatzen-Stunden sollen bunt und abwechslungsreich sein und jede Menge Futter für Kinder-Köpfe bieten. Kein Kurs bekommt das selbe Programm wie ein anderer, auch wenn es sich um die identische Altersgruppe handelt. Dafür sind die Kinder (und Mütter) viel zu verschieden. Das braucht seine Vorbereitung, macht aber dafür großen Spaß.
Wenn ich mir manchmal nicht ganz sicher bin, ob Kinder meine Idee so prima finden, mache ich einen Testlauf mit meiner Tochter und ihrer Freundin. Die Beiden sind zwar schon vier Jahre alt (also quasi erwachsen nach ihrem Empfinden), dafür aber rückhaltlos offen in ihrer Kritik.
"Langweilig, auch für die Babys!" "Klingt doof!" "Macht keinen Spaß!", gibt es dann und wann als Echo. Das sind wichtige Hinweise für mich, und in der Regel bin ich mir bei den Liedern oder Reimen, die bei den vierjährigen Kritikern durchfallen, vorher auch schon unsicher gewesen.

Wenn ihre Aufmerksamkeit aber sofort gefesselt ist, gilt das als erstes, gutes Zeichen. Sobald die Mädchen mitmachen, ist eine weitere Hürde genommen. Wenn sie es ohne mich, dafür aber mit ihren Puppen oder miteinander weitermachen: nahezu perfekt.

Meistens sind alle Beteiligten zufrieden nach so einem Testlauf. Und in den allermeisten Fällen bestätigen die Musikspatzen diese Einschätzungen. Das freut mich natürlich besonders. :-)

Musikgarten Lüneburg: Die Musikspatzen machen eine kurze Pfingstpause

Wichtig:

In der Woche nach Pfingsten finden keine Musikspatzen-Kurse statt! Es geht wieder los am 20., 21., und 22. Mai! Ich freue mich schon darauf, Euch alle bald wiederzusehen und wünsche Euch ein schönes, sonniges Pfingstfest!

Herzliche Grüße

Dörte

Montag, 5. Mai 2008

Neues im Musikgarten Lüneburg bei den Musikspatzen

Das neue Musikspatzen-Jahr beginnt zwar offiziell erst im September, aber mit den Planungen beschäftige ich mich schon seit ein paar Wochen. Wer regelmäßig mitliest, weiß auch, dass ich viele Fortbildungen besuche, und von daher wird sich im kommenden Jahr auch Einiges ändern. Keine Sorge: Die Musikgarten-Kurse bleiben in ihrer hohen Qualität so wie sie sind, aber es kommen weitere Kurse hinzu. Mehr wird aber nicht verraten. Wer schon jetzt wissen möchte, was passieren wird bei den Musikspatzen, kann mir eine kurze eMail schicken mit dem Betreff "Newsletter" und erhält dann in unaufdringlichen Abständen News rund um die Musikspatzen.

Hier den Newsletter anfordern:
doerte@musikspatzen.de

Mittwoch, 30. April 2008

Große Schwestern, kleine Brüder - Geschwister machen Musik

Manchmal gibt es einen kleinen "Generations"-Wechsel bei den Musikspatzen. Das heißt, dass ein älteres Kind aufhört und die kleine Schwester oder der kleine Bruder nachrückt. Manchmal ist es auch so, dass das jüngere Geschwisterkind das ältere Kind in die Musikspatzen-Stunden begleitet. Meinerseits ist das überhaupt kein Problem, und für die Mütter - zumindest während der Stunde - auch nicht. Denn die Kleinen schlafen meist friedlich oder sind sehr gebannt vom ungewohnten und neuen Geschehen um sie herum.
Neulich war es ein bißchen anders: Da begleitete eine große Schwester, die lange bei den Musikspatzen war, ihren kleinen Bruder, der Anfang des Jahres bei den Babyspatzen begonnen hat. "S. mochte heute nicht in den Kindergarten," erzählte die Mutter. Sie wolle vielmehr endlich mal wieder zu den Musikspatzen. Und sie wolle wissen, was ihr kleiner Bruder denn da so triebe, berichtete die Mutter weiter.
P., der kleine Bruder, war sehr stolz, nicht nur in Begleitung seiner Mutter, sondern auch seiner großen Schwester Musik zu machen. Zusammen waren die beide ein prima Musikspatzen-Team und hatten eine Menge Spaß. Und ich habe mich sehr gefreut, die große, kleine S. einmal wiederzusehen.

Montag, 28. April 2008

Sprachentwicklung und Klanggeschichten

Die allermeisten Kinder lieben Geschichten. Etwas vorgelesen zu bekommen bedeutet Hochgenuss. Und das ist nicht nur sehr schön, sondern auch sehr wichtig. Eine Binsenweisheit, dass Kinder durch vorlesen Sprache erwerben. Ähnlich ist es auch mit Klanggeschichten. Hier kommt noch ein anderer Aspekt hinzu: Die Ganzheitlichkeit. Bei Klanggeschichten arbeite ich mit mehreren Medien: Musik und Sprache. Es entspricht dem kindlichen Lernbedürfnis, dass mehr als ein Sinn angesprochen wird. Das Zusammenspiel von Bewegung, Sprache und Musik wirkt in einer Klanggeschichte besonders intensiv. Die Kinder haben die Möglichkeit, Erlebtes umzusetzen, Musik und Sprache gleichzeitig zu erfahren und sich passende Bewegungen zu suchen. Je mehr Sinne angesprochen werden, desto nachhaltiger lernen Kinder. Ich bin ein großer Fan von Klanggeschichten und erfinde gern selbst welche. Von daher hören die Musikspatzen immer öfter Unikate, sozusagen echte Musikspatzen-Klanggeschichten. :-)

Sonntag, 27. April 2008

Sprachentwicklung, Spracherwerb, Fußballfans und Wut

Fortbildung war wieder einmal angesagt, und dieses Mal ging es - wie der Titel des Posts es schon sagt - um Sprachförderung mit Musik, Tanz und Rhythmen. Eine gelungene Mischung aus Theorie und Praxis, und die Reise war es allemal wert.
Auf dem Rückweg hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, in einem Zug mit einer Horde Fußballfans von "Schaaaaalke" zu reisen. Zum Glück nur zwischen Harburg und Lüneburg, aber das reichte auch. Zum Glück mit je fünf Mann/Frau vom BGS im Waggon, und so sicher bin ich wohl noch nie im Zug gefahren. Trotzdem hat es mich wahnsinnig geärgert. Leid tat mir ein kleiner Junge, der sich mit seiner Großmutter völlig verschreckt zwischen betrunkenen, gröhlenden Fußballfans wieder fand. Zum Glück war einer der BGS-Männer so nett und unterhielt sich während der Fahrt mit ihm. Ich hoffe, so wurden die 24 Minuten doch noch zu einem netten Erlebnis für den Kleinen.

Was mich aber immer noch ärgert, ist eine simple Rechnung. Um eine Zugladung betrunkener Schalschwenker in Schach zu halten, braucht es einige Polizisten oder Menschen vom BSG. Pro Ausgang waren es mindestens fünf Leute. Was mag das kosten? Viel Geld. Sehr viel Geld.
Ich kam von einem Lehrgang, in dem wieder einmal deutlich wurde, dass Geld für die gezielte Hilfe für Kinder mit Förderungsbedarf beim Spracherwerb fehlt.
Ich weiß, dass diese Gegenrechnung naiv ist. Nichtsdestotrotz macht es mich wütend, dass sinnloses Krakeelen unter viel zu viel Alkohol unbürokratisch Unsummen von Geld verschlingen darf. Ein Bruchteil dieses Geldes würde reichen, um Kindern etwas Sinnvolles mit auf den Lebensweg zu geben. Unterstützung, Hilfe, Mut, Freude, Selbsterfahrung, Wahrnehmung und Erfolgserlebnisse.
Aber hier wird das nicht gesehen. Dort, bei den Krakeelern, schon. Dort würden Dinge zu Bruch gehen oder Menschen verletzt werden, wenn man die Brüller denn ließe wie sie wollten. Die Gefahr der Dumpfbacken mit Bierdose ist unmittelbar.
Die Gefahr für Kinder, die ohne liebevolle Zuwendung, Respekt, Ansprache und Förderung groß werden müssen, zeigt sich irgendwann später. Beruhigend viel später. Ein oder zwei oder gar drei Wahlperioden später. Also nix, wofür man jetzt schon was ernten könnte an Lob. In der Zeitung. Oder sonstwo.
Ich finde das Haar sträubend. Und je länger je darüber nachdenke und schreibe, desto Haar sträubender wird es. Passt nicht unbedingt ins Musikgarten-Blog. Schreiben muss ich es trotzdem!

Mittwoch, 23. April 2008

Großmütter im Musikgarten

In einem Kurs ist es durch Zufall so, dass ihn gleich drei Großmütter mit ihren insgesamt vier Enkeln besuchen. Und in einem anderen Kurs war heute eine Großmutter zu Besuch, um mal zu schauen, wie es ihrem Enkel so geht im Musikgarten. Schließlich war sie es auch gewesen, die den Musikspatzen-Artikel in der Zeitung gelesen und gleich gedacht hatte, das könne etwas für ihren Enkel sein. Ist es auch! :-)
Die Besuchs-Großmutter war jedenfalls begeistert davon, wie toll die Kinder mitmachen. "Und jedes reagiert anders," erzählte sie nach der Stunde, "manche sind ganz aufmerksam und still, manche tanzen ganz viel mit, andere lachen die ganze Zeit, wieder andere lieben die Rasseln und das Versteck spielen mit den Tüchern, und alle haben so viel Freude daran!"
Um diese Beobachter-Position habe ich sie fast ein wenig beneidet ;-) Ja, ganz im Ernst: Ich würde gern einmal bei einer Musikspatzen-Stunde den Kindern zusehen. Das muss sehr spannend und interessant sein, und ich wette, die Zeit vergeht wie im Fluge. Natürlich habe ich früher in verschiedenen Gruppen hospitiert, aber das kann man natürlich nicht vergleichen. Ich möchte schließlich nicht irgendwelche Kinder sehen, sondern ganz allein "meine" Musikspatzen! Jawohl :-) Und wer jetzt denkt: "He, die ist ja richtig stolz auf "ihre" Kinder", dem kann ich nur zustimmen! :-)

Samstag, 19. April 2008

Neu in der Musikgruppe

In eine bestehende Gruppe neu einzusteigen, ist für die meisten Kinder keine ganz leichte Sache. Neu zu sein, ist wenig geignet, sich zu entspannen und fröhlich mitzumachen. Da wird erst einmal geguckt. Auf die anderen Kinder. Auf mich. Auf die anderen Kinder. Wenn es daran geht, die Instrumente aus den Kästen zu holen, sind die Schritte etwas zögerlich, und während die erfahreren Kinder beherzt zugreifen, um sich ihre Klanghölzer, Rasseln, Maracas oder, oder, oder zu sichern, zeigen sich neue Kinder meist schüchtern und stellen sich hinten an. Da braucht es ein paar ermunternde Zurufe von der Mutter oder auch von mir, und dann klappt's. Sicher zurück auf Mamas Schoß wird dann auch schon mehr riskiert als nur ein paar verhaltene Blicke. Und irgendwann siegt dann die Neugier über die Befangenheit.
Kinder brauchen ihre Zeit, um sich einzugewöhnen. Für uns Große ist es auch nicht immer einfach, sich in eine bestehende Gruppe zu integrieren. Ich kenne jedenfalls angenehmere Situationen als die, fremd in einer Runde sehr vertrauter Menschen zu sein. Aber wir Großen wissen auch, dass es nur am Anfang so ist. Kinder müssen diese Erfahrung erst einmal machen.
Ich finde es sehr gut, wie Kinder eine solche Situation meistern. Und ich habe großen Respekt vor ihrem Mut. Hut ab!

Dienstag, 15. April 2008

... alle Kinder fallen um... Ringel rangel II

Ja, aber nur zum Spaß, keine Sorge. Es geht um die Variante von "Ringel rangel Rosen", wo zum Schluss die Kinder auf den Boden fallen. Nette Sache, auch die Dienstags-Kinder finden's toll, ich sowieso, und ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich heute umgefallen bin. Waren einige Male, aber nicht nur jeder Gang macht schlank; - jeder Fall hoffentlich auch. ;-)

Danke an die Mütter, die ohne mit der Wimper zu zucken solidarisch gefallen sind. Ist nicht jederfraus Sache morgens um halbzehn in Deutschland, aber der Elan der Kinder wirkt doch ansteckend. Und vermutlich haben wir ein neues Lieblingslied. :-)

Montag, 14. April 2008

Ein weiter Babykurs bei den Musikspatzen

Eine höchst erfreuliche Angelegenheit ist es, wenn ich einen weiteren Kurs anbieten kann. Das geht natürlich nur Dank Ihres/Eures Interesses an den Musikspatzen im Musikgarten Lüneburg. Dafür ganz herzlichen Dank!

Also: Am 21.05.08 um 10:30 Uhr startet im Geschwister-Scholl-Haus ein neuer Babyspatzen-Kurs, der besonders für Kleine bis zwölf Monate geeignet ist. Anmeldungen (doerte@musikspatzen.de) sind ab sofort möglich. Näheres zu Kurs und Kursinhalt erfahren Sie hier: www.musikspatzen.de.



Ich freue mich auf Sie und Ihre Kinder!

Freitag, 11. April 2008

Musikspatzen im Musikgarten - ganz schön laut!

Dem Titel des Pressereportage "Musikspatzen - ganz schön laut", machte eine Gruppe gestern alle Ehre. :-) Eine neue Variation von "Ringel Rangel Rosen" brachte alle in die richtige Bewegungsstimmung. Dann suchten sich die Kinder Instrumente aus und experimentierten mit den Klängen. Schließlich begleiteten die Kinder auf den Instrumenten ein Lied, und wir Großen mussten schon einen Tick lauter singen als gewohnt. Als dann noch ein Tanz mit Tüchern folgte, gab es lautes Gejuchze und viel, viel Lachen.
Am Ende der Stunde wollten die Kinder nicht so recht nach Haus, obwohl einige von ihnen doch ein wenig müde aussahen...
Mir hats sehr viel Spaß gemacht. Ausgelassene, fröhliche Kinder sind ein wunderbarer Anblick!


Die Reportage im "Hamburger Abendblatt"


Mittwoch, 9. April 2008

Mütter, Musikgarten und mitmachen

Das Musikgarten-Konzept lebt auch davon, dass die Mütter, beziehungsweise die vertraute Begleitperson, Spaß an der Musik haben und ihrem Kind zeigen, wieviel Freude es macht, zu musizieren. Das Können spielt dabei keine Rolle, bei den Musikspatzen sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Die Lust an der Musik sollte allerdings da sein, denn die Kinder lernen sehr stark durch Nachahmung. Je aktiver Mama, Papa oder Oma mitmachen, desto mutiger werden auch die Kinder.

Ich schreibe dieses Post nicht, weil ich denke, den Musikspatzen-Müttern mangele es an Liebe zur Musik. Ganz und gar nicht. Ich schreibe es, weil ich manchmal den Eindruck habe, dass einige Mütter (oder Väter oder Großmütter) vielleicht ein wenig schüchtern sind und sich manchmal nicht trauen, so intensiv mitzusingen, zu spielen, zu rasseln...., wie sie es eigentlich möchten. Denen rufe ich jetzt ein "Nur Mut!" und "Keine Hemmungen!" zu. Ich freue mich sehr darüber. Und die Kinder erst... :-)

Musikgarten mit Triangel

Bei den Kleinsten gibt es ein Begrüßungslied mit Triangel-Ton. Dieser eigene Ton wird von jedem Kind mit Spannung erwartet - und manchmal auch mit ein klein wenig Aufregung. Jede meiner Bewegungen wird dann genauestens verfolgt, die Augen wandern von meinem Gesicht zu den Händen und oft gibt es dann ein frohes Lächeln, wenn endlich (!) der exklusive Begrüßungston erklungen ist.
Ich finde es bemerkenswert, dass die Kinder auch große Geduld beweisen, bis sie an der Reihe sind. Nicht gerade selbstverständlich in diesem Alter. An dieser Stelle ein Dankeschön an die Mütter, die so aufmerksam und liebevoll auf die Unruhe ihrer Kleinen eingehen :-)

Montag, 7. April 2008

Babykurs bei den Musikspatzen

Am 17.4. startet ein neuer Kursabschnitt der Baby-Musikspatzen: Donnerstags um 10:30 Uhr. Damit gehts in die letzte Runde vor den Sommerferien, was gewöhnungsbedürftig klingt. Jetzt schon an die Sommerferien denken? Wo es draußen noch schneit und hagelt und irgendwie fies ungemütlich ist? Aber gut: Musikspatzen machen Musik, egal, ob es draußen stürmt, regnet, gewittert oder die Sonne scheint. :-)



Bei den Babykursen gibt es oft den größten Erklärungsbedarf. Die erste Frage lautet meist: "Was machen Sie denn da?" Dann erzähle ich etwas zum Programm, erläutere die Unterschiede zu den anderen Altersgruppen und beschreibe, wie die Kleinen auf Musik und Rhythmik reagieren. Oft höre ich dann: "Oh, das ist genau das Richtige für mein Kind. Sie/er liebt Musik und freut sich immer, wenn ich singe!" Prima, genau so soll es sein. Aber auch, wer nicht so viel mit seinem Kind singt, kommt bei den Musikspatzen auf seine Kosten. Und findet vielleicht Gefallen an den Sprechversen und Tänzen. Die Kinder werden es in jedem Fall genießen.

Freitag, 4. April 2008

Vorlieben

Ich arbeite bei den Musikspatzen viel mit Hörbeispielen, um die auditive Wahrnehmung zu fördern. Eine Zeit lang haben wir uns mit Pferden beschäftigt, und es gab natürlich Hörbeispiele: Wiehern und traben. Dass es die Kinder faszinierte, merkte ich schnell, nur wie sehr: Das habe ich unterschätzt. Als ich in der letzten Stunde zum CD-Player ging, folgten mir hoch erfreut die ersten Kinder. Als ich ihnen sagte, dass es erst einmal einen Tanz gäbe, zogen sie etwas enttäuscht von dannen, freuten sich aber auch darauf, zu tanzen. Nur die kleine D. war deutlich geknickt. Ein trauriges Gesicht, keine Lust, sich zu bewegen, verzweifeltes Zeigen auf den CD-Player: insgesamt großes Kinderunglück. D. hatte fest damit gerechnet, das Pferd zu hören und war nun richtig traurig.
Als es dann endlich so weit war, und das Pferd wieherte und trabte, sah ich in zwei besonders verzückte Kinderaugen. Völlig gebannt stand die kleine D. vor dem Player - endlich, endlich war ihre Lieblingspassage dran. Für sie hätte es noch mindestens eine halbe Stunde so weiter gehen können...

Mittwoch, 2. April 2008

Vorzeigekinder

Aufräumen kann Spaß machen. Zumindest dann, wenn nicht (!) das eigene Zimmer zuhaus an der Reihe ist. In den Musikspatzen-Stunden zeigen sich die Kinder oft von ihrer allerbesten Seite. Da wird freiwillig abgegeben, der ein oder andere freundliche Ratschlag in Sachen Rhythmus oder Melodie erteilt, die Instrumente werden in den Korb zurück gelegt und nicht geworfen und überhaupt ist man aufmerksam und höflich. Das ist tatsächlich so.
Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie sozial und rücksichtsvoll sich schon kleine Kinder mit- und untereinander verhalten. Zwar gehts auch manchmal entschlossen und etwas wild zu, aber nie wird es böse oder zornig.
Besonders gut bemerkt man das, wenn die Kinder nach einer Musikeinheit aufräumen. Die Kleinen holen und bringen die benötigten Instrumente aus, bzw. in die Körbe, die ich die Mitte des Sitzkreises stelle. Da wird eifrig gewühlt, aber nicht gedrängelt. Die Kinder lassen sich vor, schauen, ob sie jemandem im Weg stehen, kehren zu ihren Müttern zurück, wenn sie vier Klanghölzer haben und helfen sich auch gegenseitig. Beim Einräumen ist es ähnlich. Klanghölzer und Rasseln werden nicht geworfen, sondern in den Korb gelegt. Wer im Eifer des Gefechts doch einmal wirft, kann sich eines Tadels aus Kindermund sicher sein. :-)
Schön ist auch diese Szene:
"Hier in den Korb!" sagt B., drei Jahre zu N., ein gutes Jahr jünger. N. schert sich da nicht darum und hält die Klanghölzer fest. Sehr fest. "Die musst du abgegeben!" versucht B. es geduldig ein zweites Mal. Wieder keine Reaktion. B., erprobt und trainiert durch ältere Geschwister, baut sich vor N. auf, beobachtet ihn ungerührt und wartet einen günstigen Moment ab. Ein Augenblick der Unaufmerksamkeit bei N., und schwupps, hat B. ihm die Klanghölzer aus den Händen genommen und mit stolzem Lächeln in den Korb zurück getan. Und N.? Schaut erstaunt, bleibt aber gefasst.

Eine andere Variante, gemeinsam aufzuräumen, ist, den Instrumentenkorb zusammen zum Schrank zu tragen. Die meisten Körbe sind klein, was die Kinder aber nicht daran hindert, sie zu viert oder fünft zu tragen. Eine kompliziertere Angelegenheit, wird aber stets mit Bravour gemeistert. Die Größeren geben das Tempo vor, was den Kleineren nicht immer behagt, aber am Schluss sind doch alle zufrieden. Dabei sein ist halt alles! :-)

Dienstag, 1. April 2008

Ocean Drum

Meerestrommel, so lässt es sich wohl am ehesten übersetzen. Oder Ozeantrommel. Wie man mag. Ein neues, sehr beliebtes Instrument. Schön laut, und die Kinder schätzen das Geräusch der Ocean drum deutlich mehr, als die Erwachsenen :-)
Mit einer Ocean Drum erzeugen die Kinder Meeres-Geräusche, und es lassen sich schöne Klanggeschichten damit inszenieren. Beim Instrumententausch ist diese Trommel sehr begehrt, sodass manchmal schon Tränen geflossen sind. Ich überlege, noch zwei Ocean Drums anzuschaffen, aber ich glaube, dann protestieren die Großen. Oder? ;-)
Heute Nachmittag werde ich das Wunderding einmal fotografieren. Wer mag, dem nenne ich gern die Bezugsquelle...



So, hier ist sie, die besagte Ocean Drum. Sieht unspektakulärer aus, als sie ist. Aber bunt und mit interessantem Geräuschen und zum Bewegen: Welches Kind kann da schon widerstehen. :-)

Dienstag, 25. März 2008

Musikgarten - Es geht wieder los


Die Osterpause ist fast vorbei, und nun starten die Musikspatzen wieder. Ich hoffe, die kleinen und großen Musikspatzen sind wohlauf und allerbester Laune, haben viele Ostereier gesucht und gefunden und eine schöne Zeit gehabt. :-)

Wir haben noch einmal den Winter erlebt mit richtig viel Schnee, Sonne, rodeln und wandern. Das hatte mir in diesem Jahr wirklich gefehlt: Das Wintergefühl. Aber jetzt hatte ich es. Und jetzt kann auch der Frühling kommen.



Hier haben wir Ostern verbracht, bei Marjan und Dirk in Buntenbock. Das Haus ist ein Traum, ein bißchen wie im Film, wir fühlten uns manchmal in die zwanziger Jahre zurück versetzt. Der Garten ist riesig, wunderbar zum Toben, und Buntenbock ist vielleicht so etwas wie ein Geheimtipp im Harz. Zumindest für uns.

Montag, 17. März 2008

Gruppengröße

Das Institut für elementare Musikpädagogik in Mainz, eben dort, wo alle Musikgarten-Ausbildungen organisiert und zum Teil auch durchgeführt werden, empfiehlt 10 bis 13 Kinder pro Gruppe. Plus Begleitperson. Und die haben sich etwas dabei gedacht. Kinder lernen voneinander. Sie beflügeln sich gegenseitig. Die etwas Älteren ziehen die etwas Jüngeren mit, und jeder profitiert auf seine Weise. Mit zehn Kinder entsteht eine spannende Dynamik in der Gruppe. Wenn neue Instrumente ausprobiert werden, ist es sehr, sehr interessant zu beobachten, wie unterschiedlich die Kleinen auf die angebotenen Instrumente zugreifen. Die Kinder beobachten ihre Musikspatzen-Kollegen sehr gern und genau. Und lernen dabei, ganz nebenbei. Und ganz intensiv. Zehn Kinder setzen allerdings auch zehn engagierte Mütter oder Väter voraus, die mitmachen und dadurch das allerbeste Vorbild für ihre Kinder sind. Für mich selbst ist jede Stunde eine Herausforderung, in die ich - neben der Vorbereitung - sehr viel Herzblut stecke. Wer professionell arbeitet und auf Qualität achtet, realisiert guten individuellen Unterricht vor elf Kinder genauso gut wie vor fünf Kindern. Und last but not least: Gruppen mit zehn bis dreizehn Kindern zeugen auch von der Beliebtheit und Akzeptanz eines Angebots.

Freitag, 14. März 2008

Musikmesse in Frankfurt




Gestern war ich zum ersten Mal auf der Musikmesse in Frankfurt. Wow - ich war und bin völlig hin und weg. Ich habe noch nie so viele Instrumente auf einmal gesehen; und vor allem habe ich noch nie so viele Instrumente auf einmal gehört! Nein, auch nicht während der Musikspatzen-Stunden, und selbst dann nicht, wenn alle Kinder aus allen Gruppen zusammen kommen würden :-)

Besonders angetan hatte es mir die Percussion-Halle: Ob Profi-Schlagzeug oder afrikanische Trommel, Guiro oder Calebasse: Es gab hier nichts, was es nicht gab.
Außer zum Gucken und Hören war ich natürlich auf Grund der Musikpädagogik in Frankfurt. Ich suchte neue Anregungen, habe mir neue Konzepte angeschaut und nach Instrumentenbauern Ausschau gehalten, die mehr als nur das gängige Repertoire anbieten. Gefunden habe ich Einiges und bin mit vielen neuen Ideen zurück nach Lüneburg gefahren. Es war ein spannender Tag auf der Musikmesse, und ich bin froh, dort gewesen zu sein. Gerade bei musikalischer Früherziehung ist es wichtig, sich ständig weiter zu bilden und auf dem neuesten Stand zu sein. Was mir sehr entgegen kommt, denn ich schätze es sehr, neue Dinge kennen zu lernen und in der Arbeit umzusetzen.
Und wenn ich gekonnt hätte, wie ich gewollt hätte, dann stände hier jetzt eine riesige Marimba. Obwohl es für mein Arbeitszimmer doch schon zu groß wäre... Jedenfalls klang es ganz wunderbar, und ich habe mich in den Klang richtig verliebt. Wer mag, kann hier einmal horchen: Marimba bei Youtube oder hier: Nils Rohwer. Die Marimba (wird auch Marimbaphon genannt) gehört zu den Schlaginstrumenten und hat einen Tonumfang von 5 2/3 Oktaven. Im Gegensatz zum Vibraphone hat die Marimba Holzklangstäbe. Die Marimba klingt deshalb dunkler und voller als das Vibraphone mit seinen Metallklangstäben.


Auf der Musikmesse gibt es zudem einen riesigen Bereich nur für Kinder. Viele Instrumente und Klanginstallationen stehen bereit, um von den Kinder ausprobiert zu werden. Ein Fest für die Sinne und ein Tipp für alle, die morgen, 15.3., noch nichts vorhaben und sich vorstellen können, einen Familien-Ausflug nach Frankfurt zu machen. Es lohnt sich in jedem Fall!

Mittwoch, 12. März 2008

Klanggeschichten

Ob mit fünf Monaten oder fünf Jahren: Klanggeschichten sind sehr beliebt. Die Kleinsten achten dabei auf die verschiedenen, neuen Geräusche, die Größeren leben den Inhalt mit, und die ganz Großen erfinden pfiffige Begleitungen zu den einzelnen Elementen der Geschichte. Natürlich unterscheiden sich die Klanggeschichten. Die großen Musikspatzen hören längere Geschichten, die komplexer sind in Aufbau und Rhythmus. Die mittleren Musikspatzen sind sehr aufmerksame Zuhörer, die bereits feine Nuancen wahrnehmen und auch kommentieren. Die Babyspatzen schließlich sind neugierig auf Töne in unterschiedlichen Klanghöhen. Ob schnell oder langsam, leise oder laut: Mit Klanggeschichten erfahren die Kinder ganz unmittelbar von den verschiedenen Tempi und Lautmalereien in der Musik.

Babyspatzen-Bilder

Heute bekam ich ganz überraschend eine Mail mit wunderschönen Bildern von den Babyspatzen am Mittwoch. Ich bin völlig begeistert, die Fotos sind ganz großartig geworden. Herzlichen Dank, lieber Steffen!





Sonntag, 9. März 2008

Kinder und Klavier

Gestern waren wir bei Freunden in Hamburg, und in deren Haus steht auch ein Klavier. Da dort mehrere Kinder waren, stand das Klavier schnell im Mittelpunkt, und den Kleinen machte es sichtlich Spaß, die Oktaven rauf und runter zu spielen. Es war laut, klang nicht richtig schön, machte aber Spaß. Da fiel mir ein, was eine mir einmal eine Dozentin sagte: Es sei besser, Kindern nicht die gesamte Klaviatur zu "erlauben", sondern lediglich einen kleinen Teil, wie zum Beispiel drei schwarze Tasten. Dann erst würden die Kinder beginnen, zu experimentieren, kleine Rhythmen und Melodien zu entwickeln. Grenzen beflügeln eben oft die Kreativität. :-)

Donnerstag, 6. März 2008

Wassermusik

Heute haben die Musikspatzen geblubbert. So richtig mit Becher, Strohhalmen und Wasser. Da die Blubber-Geschichte jeweils am Schluss der Stunde kam, waren die meisten Kinder ziemlich durstig. Und deshalb tranken sie erst einmal ein paar ordentliche Schlucke Wasser, bevor ich nachschenken durfte und es ans Wasserblasen machen ging. Es klappte wunderbar, was mir sehr gut gefallen hat; schön laut zu blubbern und dabei den Einsatz nicht zu verpassen, ist eine ziemliche Herausforderung. Ein paar Mütter waren anfangs etwas skeptisch, aber das legte sich schnell. (Ich weiß das übrigens sehr zu schätzen, wie experimentierfreudig und aufgeschlossen Ihr seid!).
Die Blubberblasen waren eine famose Begleitmusik zu einem Fisch-Lied. Ein toller Spaß und viel weniger nass, als erwartet. Oder befürchtet ;-)